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Korpus der Djembe

Der Korpus einer Djembe-Trommel


Die meisten Djembe-Körper sind aus Holz gebaut. Es gibt aber auch Djemben aus anderen Materialien wie zum Beispiel Metall (Aluminium, Kupfer) oder Kunststoff. Eine „normale“ Djembe ist immer aus Holz gebaut und bietet das typische Klangbild einer traditionellen afrikanischen Trommel. Djemben aus anderen Materialien ermöglichen hingegen auch andere, vielleicht modernere Sounds und bieten Klangtüftlern neue Möglichkeiten im Spiel mit der Djembe.     

                        
Das „Standardmaß“ für eine Djembe beträgt ca. 64 cm Höhe und ca. 32 cm Durchmesser. Bei dieser Größe kann man die Djembe bequem im Sitzen spielen und es ist genug Platz für zwei ausgewachsene Hände auf der Spielfläche. Die Hände wollen ja genügend Platz zum „Tanzen“ haben! Meistens beträgt das Verhältnis von Spieldurchmesser zu Höhe 1:2. Die Proportionen einer Djembe tragen maßgeblich zu ihrem Klangbild bei.

Weicht man nun von diesen Proportionen ab, ändert sich oft der ausgewogene Klang zwischen Bass-, Mitten- und Höhenanteilen des Gesamtklangspektrums. Ist der Spieldurchmesser nun größer als im Durchschnitt kann man mehr Bassanteile erwarten und ist der Durchmesser kleiner, werden eher die Mitten und Höhen im Klangbild betont.

Der Klang wird auch durch die innere Form des Kessels beeinflusst. So ergibt eine weit offene Trichterform hohe, offene Basstöne, eine eher enge Form ergibt tiefe Bässe. Außerdem ist noch das der Durchmesser des Engpasses für den Klang sehr wichtig. Das Loch zwischen Kessel und Trichter beeinflusst besonders das Resonanzverhalten des Fells und somit auch das Gesamtklangspektrum. Für die Größe des Loches gibt es eine leicht zu merkende „Faustregel“. Genau diese Geballte (die Faust) sollte nämlich bei einer normal gewachsenen Djembe auch durch das Loch passen.


Ganz wichtig für den Klang ist auch die Holzart (dazu später mehr) und die Verarbeitung des Holzes. Gute Djemben sind durch und durch mit viel Liebe zum Detail in Handarbeit hergestellt worden. Stück für Stück wird der Innenraum ausgehöhlt. Dies hat zur Folge, dass der Innenraum leicht uneben ist (wie ein behauener Stein). Anhand dieser kleinen Unebenheiten kann sich der vom Fell erzeugte Schall gut, diffus und vor allem oft brechen. Dadurch „kocht“ sich im oberen Kessel schon ein gutes Klanggemisch zusammen, welches dann durch das Engpassloch gefiltert nach draußen gelangt. So hat man bei einer gut bearbeiteten Djembe ein sehr breites und ausgewogenes Klangspektrum.

Deshalb sind gute Djemben auch gerne etwas teurer. „Spart“ der Trommelbauer nun an dieser aufwendigen Handarbeit, wird die Trommel günstiger. Denn Zeit ist Geld. Aber was passiert? Der Innenraum wird gröber gearbeitet und es gibt weniger Klangspektrum oder der Innenraum wird durch eine Drechselmaschine hergestellt und die Wände werden dadurch ganz glatt. So verliert man schnell in Vielfältigkeit und Individualität des Klangs. Stellt man zwei so verschieden gearbeitete Trommeln nebeneinander und vergleicht deren Klang, hört man einen beträchtlichen Unterschied.

Man kann das mit einem Zimmer vergleichen. Jeder von uns ist ja schon mal umgezogen. Da kommt man in die neue weiß gestrichene Wohnung. Sie ist kalt und leer und die Stimme kling ungemütlich, hallig, fast blechern. Sind nun alle Möbel drin, vielleicht auch ein Teppich und ein paar Bilder klingt die eigene Stimme wieder „normal“ und man fühlt sich wohl. So ist das mit dem Klang der Djembe auch. Nun wieder zum Thema zurück.

Ein guter Trommelkörper ist aus eine Stück gefertigt und weist keine Risse oder andere versteckten Beschädigungen (z.B. zugekleisterte Wurmlöcher) auf. Kleinere Löcher und Risse beeinflussen den Klang negativ, weil durch sie Druck und Klangwellen „verloren“ gehen und nachher im Gesamtklangbild fehlen.

Es gibt auch Djemben, die aus zwei Teilen, also Kessel und Trichter im Nachhinein zusammengefügt, gebaut sind. Und es gibt auch Djemben, die aus Leimholz, also verschiedenen Streifen von unterschiedlichem Holz, gebaut sind.


Die Wanddicke des Djembe-Korpus kann bei den unterschiedlichen Bauarten und verwendeten Hölzern varieren. Je leichter das Holz ist, desto instabiler ist es und desto dicker muss die Wand sein. In diesem Falle beträgt die Wandstärke 20 bis 30 mm. Bei besseren Hölzern, welche hart sind und welche als gute Klanghölzer gelten kann die Wandstärke geringer sein, denn das Holz ist ja stabiler. Dünnere Wände haben zwei Vorteile. Eine Djembe mit dünneren Wänden ist einerseits leichter und andererseits können die Wände besser mitschwingen und beeinflussen so auch den Klang. Man kann die Vibrationen dann besser spüren.


Gut ist es, wenn die Ränder des Körpers einigermaßen gerade gearbeitet sind. Also einerseits die Oberkante, auch der das Fell aufliegt, damit es schön gerade gespannt werden kann. Und andererseits die Unterkante, auf der die ganze Trommel steht. Ist der Fuß der Djembe nicht eben gearbeitet, fällt sie leichter um, weil sie dann wackelig ist. Außerdem ist es wichtig, dass die Oberkante, auf der das Fell aufliegt, fein sauber geschliffen ist und vor allem auch nach außen abgerundet ist. Das kann man ganz leicht mit den eigene Fingern als Qualitätssensoren nachfühlen. Die Finger locker über den Rand streifen lassen und fühlen, ob es Unebenheiten gibt oder ob die Abrundung nicht ausreicht. Fühlt sich der Rand gut und geschmeidig an und die Finger werden bei ihrer Streicheleinheit nicht belästigt, ist alles in Ordnung. Gibt es Unebenheiten oder harte Kanten haben wir ein oder sogar zwei Probleme. Spielt man lange (und das wollen wir doch alle, oder!) auf einer zu wenig abgerundeten Kante, gibt es irgendwann Schmerzen in den Fingern und man verliert die Lust am Spiel. Das zweite Problem ist die Lebensdauer des Fells. Je mehr Unebenheiten und Kanten der Djembekorpus aufweist, desto mehr potentielle Bruchstellen gibt es für das Fell, weil es dort punktuell ungleichmäßig viel und belastet wird und deshalb an einer solchen ungewollten Sollbruchstelle anfängt einzureißen. Eine gut ausgeführte fachmännische Handarbeit ist also auch hier an der Außenseite des Korpusses für die Qualität der Djembe entscheidend und spiegelt sich auch im Preis wieder.

Und dann wäre da noch die Optik. Natürlich soll die Djembe auch schön aussehen, das Auge isst ja bekanntlicher Weise mit. Aber wir wollen ja möglichst viele Sinne ansprechen. Ich finde eine gute Djembe sollte sich auch gut anfühlen und gut riechen.

Außen kann die Djembe ganz schlicht gestaltet sein, einfach fein angeschmirgelt und zum Schutz mit Öl oder Wachs versiegelt. Das sieht schön aus, fühlt sich gut an und riecht auch gut. Also eigentlich nicht nur ein Musikinstrument, sondern auch ein gutes Möbelstück. Es gibt aber auch Djemben, die mehr oder weniger üppig verziert worden sind. Das fängt mit einer einfachen Schnitzerei an, geht bis hin zu Ganzkörperschnitzeren bildhauerischer Qualität (z.B. Masken, Tiere) hinein und umfasst auch manchmal die Einarbeitung anderer Materialien, wie Tücher, Muscheln oder sogar Gold.

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Euer Robert

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